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„Haben Sie den Mut, die Planung zu stoppen!“

Der Planungsbericht wurde dem Baudezernenten feierlich übergeben

Von Hubert Brand

Rund hundert Personen waren ins Bezirksrathaus Chorweiler zum Abschlussfest der Integrierten Planung des neuen Stadtteils Arbeitstitel Kreuzfeld gekommen.

 

Zunächst wurden die Gäste über die bisherigen Meilensteine des Planungsprozesses informiert, an dessen Anfang die Erstellung eines Leitbildes im Jahr 2019 stand. Die Präsentation wurde durch Stellwände ergänzt.

Als die Frage der Mobilität thematisiert wurde, zeigte es sich, dass die Entwicklung des Stadtteils noch scheitern kann. So fehlen dem SPD-Bezirksfraktionsvorsitzenden, Inan Gökpinar, konkrete Aussagen zum Ausbau des Blumenbergswegs zur Autobahn 57. Dem fügte ein Bürger aus Heimersdorf hinzu, dass der Lärmpegel der LKWs auf dem Volkhovener Weg mittlerweile auf über 75 dB angestiegen sei.

Zuvor hatte Martin Randelhoff für das Planungsteam erklärt, wie wichtig es sei, dass die S-Bahn pünktlich und zuverlässig funktioniere, um den Autoverkehr in der Siedlung so gering wie möglich zu halten. Der aktuelle S-Bahn-Verkehr sei nicht ausreichend für einen Stadtteil Kreuzfeld. Auch müsse in der kommenden Detailplanung noch geklärt werden, wie die Zufahrt der erwarteten 25 Kleinbusse für die Förderschule organisiert werden sollen.

Ein Bürger fragte nach einem Radweg in Ostwest-Richtung, da keiner eingezeichnet sei. Randhoff betonte, der Radweg sei nicht vergessen worden, allerdings müsse erst die Lage der Einrichtungen wie zum Beispiel der Spielgeräte in der grünen Freifläche in der Mitte feststehen, bevor die Lage des Radweges festgelegt werden könne.

Ratsherr Thomas Welter informierte die Anwesenden darüber, dass der Verkehrsausschuss die Machbarkeitsstudie für die Linie 5 bis Pesch und Esch beschlossen habe und stellte die Frage in den Raum, warum diese nicht über Kreuzfeld bis nach Worringen verlängert werde. Ihm sei ein Unternehmen, das von der Stadt verwaltet werde, lieber als ein Unternehmen des Bundes, erklärte Welter.

Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner kritisierte den unzuverlässigen S-Bahn-Verkehr. Es sei so gut wie nicht möglich, von einem Ort zum anderen zu kommen. Das seien keine Planungen, das sei Herumstochern im Irrtum, kritisierte Zöllner. Das sei für ihn die Planung Kreuzfeld 3.0 – die beiden anderen wurden eingestellt, weil sie nicht umsetzbar waren.

Der Baudezernent ergriff das Wort: „Sie geben mir eine Steilvorlage.“ Er sehe die Bedenken gerechtfertigt und so richtete er einen Appell an die Bezirksvertreter*innen und Ratsmitglieder. Wenn die äußere Anbindung (wie der Ausbau des Blumenbergswegs) und der Ausbau des ÖPNVs nicht gelängen, wäre der Bau des Stadtteils unverantwortlich. „Da sind wir uns auch im Planungsteam einig und dann haben Sie doch den Mut, die Planung zu stoppen“, so Greitemann.

Anschließend wurde stellvertretend für das Planungsteam der Planungsbericht von Leana Hahn an den Baudezernenten übergeben. Die Veranstaltung endete anschließend in einem offenen Austausch.

Der nächste Schritt ist die technische Masterplanung. Hier wird die Planung auf die Realität stoßen. Neben dem ÖPNV muss auch beim Thema Regenwasser-Management noch nachgearbeitet werden. Auch in dieser Planungsphase sollen die Bürger*innen zweimal im Jahr durch eine Veranstaltung informiert werden und so erhalten Planer*innen weiterhin eine Rückmeldung. Greitemann sieht im Austausch einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Siedlung durch größtmögliche Akzeptanz.

Bei den Besucher*innen der Veranstaltung als auch in der Planung fehlt die Jugend. Lediglich ein Mobility Hub soll auch Freizeitmöglichkeiten für die Jugend aufnehmen.


Impressionen

27. Mai 2024
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