Nachrichten und Termine für und aus dem Stadtbezirk Köln-Chorweiler

Maikönigspaar aus der Not geboren

Vier langjährige Mitglieder geehrt

Von Hubert Brand

Das Stiftungsfest der Maigesellschaft „Greesberger“ ist die herausragende Veranstaltung der Ortslage Auweiler. So kamen viele Gäste zur 98. Auflage in das Dorf ohne Ampel.

Doch der Vorstand hatte Mühe, für dieses Jahr ein Maikönigspaar zu finden.

Der Feuerwehr sind vielerlei Problemlagen wohlbekannt und sie weiß sich zu helfen. So fand der Vorsitzende Klaus Schiefer, der ehemalige Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr in Esch, bei einem Feuerwehr-Treffen ein junges Paar, das sich bereit erklärte, das Maikönigspaar zu stellen.

Es sind Helena Schaffner aus Lövenich und Julius Abels aus Esch, die sich bei einem Feuerwehr-Treffen kennengelernt hatten.

Die Maikönigin Helena I. studiert an der Kölner Uni Kindheitspädagogik und Julius I. ist in der Ausbildung zum Notfallsanitäter.

Seit über einem Jahr sind sie ein Paar.

2016 wurde das letzte Mal mit Christina I. Schiefer, der Tochter des ersten Vorsitzenden Klaus Schiefer, eine Maikönigin in der Pescher Straße abgeholt. An gleicher Stelle empfing in diesem Jahr das neue Maikönigspaar die Gäste. Für die Gastfreundschaft erhielt stellvertretend Ute Schiefer vom zweiten Vorsitzenden, Norbert Bedorf, einen Blumenstrauß. Da die Pescher Straße in der Vergangenheit mehrere Maiköniginnen hervorbrachte, wird sie auch Maiköniginnen-Allee genannt. Ein Schild auf einem Blumenwagen an der Ecke zur Auweilerstraße wies viele Jahre darauf hin.

Mit dem Maikönigspaar ging der Umzug zur Marienkapelle, wo die Andacht mit Pfarrerin Siegrid Geiger und Pfarrer Thomas Wolff stattfand.

Klaus Schiefer stellte die Frage: „Warum können wir nicht in Frieden leben?“ Auch er habe keine Antwort, aber er empfahl, ehrenamtlich zu arbeiten, denn Demokratie beginne an der Basis. Nachdem eine Schale zum Gedenken an die Verstorbenen aufgestellt worden war, schloss die Andacht mit dem Großen Zapfenstreich, gespielt von den Musikgruppen MC Kapelle aus Niehl und dem Tambourcorps Germania Dormagen-Horrem ab.

Die Feiergemeinde zog weiter durch das Dorf zum Festzelt unter dem Maibaum, der bereits am Samstag aufgestellt worden war. Im Eingangsbereich des Zeltes hing der Zacheies über den Köpfen.

Er wurde am Wohnort des Freundes der Maikönigin in Esch feierlich abgeholt. Hundert Gäste begleiteten die Feier rund um die Puppe, die einen Piraten darstellt. Die Gestaltung, von Udo Irmer umgesetzt, geht auf eine Gruppe von Personen zurück, die seit 25 Jahren zur Insel Norderney fahren und sich „Die Piraten von Norderney“ nennen. Das Schild, das die Puppe trägt, wurde von ihnen unterschrieben.

Das Maifest dient dem Verein auch immer dazu, langjährige Mitglieder zu ehren.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Lutz Scheffler und Uwe Haufschildt geehrt.

Scheffler kümmerte sich den bereits erwähnten Blumenwagen und wenn es Probleme mit der Wasserzufuhr auf Festen gegeben habe, sei er zur Stelle gewesen, so Schiefer.

Haufschildt ist jedes Jahr bei der Martinssammlung dabei. Sie erhielt die Urkunde aus den Händen des ersten Vorsitzenden.

Für vierzig Jahre Mitgliedschaft wurde Erich Lang geehrt. Er ist seit letztem Jahr ein Ehrenmitglied. Gemeinsam mit seiner Frau kümmert er sich um den Platz und das Wegekreuz am Ortseingang von Pesch kommend. Zwanzig Jahre war er der Nikolaus bei der Seniorenfest. Er erhielt die Urkunde aus den Händen der Maikönigin.

Für sechzig Jahre Mitgliedschaft wurde Josef Schulte geehrt. Vieles, was die Maigesellschaft ausmache, sei zu seiner Amtszeit als erster Vorsitzender geschaffen worden, erklärte Schiefer.

Mit dem Stiftungsfest hätten keine Finanzen erwirtschaftet werden können und so habe er 1981das Erntedank- und das Seniorenfest  ins Leben gerufen, so Schulte.

Er führte weiter aus, dass die Erlöse in soziale Projekte gesteckt würden, so seien der Pavillon und Spielgeräte am Dorfanger sowie Bänke in den Feldern finanziert worden.

Auch werde Geld für die Erhaltung der Kapelle aufgewendet.

Fast 35 Jahre sei Schulte der erste Vorsitzende (1976 bis 2010) und zuvor ab 1971 zweiter Vorsitzender gewesen, berichtete Schiefer aus Schultes Schaffenswerk. 2010 wurde er Ehrenvorsitzender.

Schulte betonte nach seiner Ehrung, die Maigesellschaft sei ein Verein, den man gern haben müsse.

Außerdem bat er um einen Applaus für den amtierenden Vorstand.

Am Nachmittag trat noch Björn Heuser auf.

24. Juni 2024
© 2024 Hubert Brand • Impressum