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Gelebter Zusammenhalt

Fünfte Kerze der Chanukkia öffentlich entzündet

Von Hubert Brand

Der Gemeinderabbiner Yechiel Brukner entzündete im Rahmen einer Sonderausgabe des Chorweiler Abendfriedens vor dem Begegnungszentrum der Synagogengemeinde Köln in Chorweiler die fünfte Kerze des Chanukka-Leuchters (Chanukkia).

Beiratsmitglied Dany Meier begrüßte die Gäste und betonte, dass in einer dunklen und schweren Zeit gefeiert werde. Der 7. Oktober 2023 habe die Welt verändert.

Das Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Köln, Bettina Levy, erklärte, dass jüdische Menschen es lieben zu feiern und in jüdischer Gemeinschaft zu sein. Nach Feiern sei es ihnen zurzeit jedoch nicht.  Aber die Gemeinschaft und das Zusammenhalten erhielten jetzt eine besondere Bedeutung. Jene, die sich in Gefangenschaft befänden, könnten kein Licht entzünden und andere wiederum könnten nie wieder eine Kerze zum Brennen bringen.

Nathanael Liminski (Chef der Staatskanzlei in NRW) bewertet das gemeinsame Feiern des Chanukka-Festes als positives Zeichen, das Chorweiler aussendet. Er wurde vom Ratsherrn Thomas Welter auf die gemeinsamen Feiern der Religionen und die Existenz des Runden Tisches Frieden aufmerksam gemacht. Zuvor hatte Liminski Vertreter der unterschiedlichen Religionen in Köln in die Synagoge und in Bochum in eine Moschee zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Der Grund seiner Initiative war der Auftritt eines Taliban-Vertreters in der Moschee in Feldkassel.

Pfarrer Thomas Wolff war es wichtig, an die unschuldigen Opfer auf beiden Seiten des von der Hamas angezettelten Krieges zu erinnern.

Der Gemeinderabbiner Yechiel Brukner entzündete als erstes die Kerze in der Mitte, die als „Diener“ (hebräisch Schamasch) bezeichnet wird. Es folgte die erste Kerze zur linken Seite und anschließend die vier Kerzen nach rechts von innen nach außen.

Jetzt würden mehr Lichter brennen als aus seien, damit überwiege das Licht über die Finsternis, erklärte der Rabbiner.

Das Chanukka-Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. und an die Befreiung Israels von der Unterdrückung durch die Seleukiden.

Nach der Einweihung soll der Überlieferung nach die Öllampe nicht erloschen sein, sondern infolge eines Wunders acht Tage gebrannt haben, obwohl nur noch Öl für einen Tag zur Verfügung stand. Deshalb wird an acht Tagen gefeiert und an jedem Abend eine zusätzliche Kerze entzündet. Aus diesem Grund wird das Fest auch Lichterfest genannt.


Impressionen

27. Mai 2024
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